Wann eine Aufstellung hilfreich sein kann

Wenn sich Herausforderungen wiederholen oder du verstehen möchtest, was dahinter wirkt

Manche Herausforderungen begleiten Menschen über viele Jahre oder zeigen sich immer wieder, obwohl bereits viel reflektiert, verstanden oder verändert wurde.


Familien- und Systemaufstellungen können dabei helfen, Zusammenhänge sichtbar zu machen, Ursachen zu erkennen und neue Perspektiven zu entwickeln.


Typische Anliegen sind beispielsweise:

  • wiederkehrende Konflikte in Partnerschaft, Familie oder Beruf
  • das Gefühl, nicht gesehen, gehört oder ernst genommen zu werden
  • zu viel Verantwortung zu tragen oder alles alleine bewältigen zu müssen
  • Ausschluss, Mobbing oder schwierige Dynamiken
  • belastende Beziehungen oder familiäre Konflikte
  • wiederkehrende Muster und ähnliche Erfahrungen im Leben
  • wichtige Entscheidungen und Fragen der persönlichen Ausrichtung
  • berufliche Unzufriedenheit oder das Gefühl, festzustecken
  • körperliche oder emotionale Belastungen, deren Ursprung unklar erscheint


Jede Situation ist einzigartig. Entscheidend ist die Bereitschaft, genauer hinzuschauen.

Was Familien- und Systemaufstellungen ermöglichen

Tiefgreifende Veränderungen dort, wo Herausforderungen ihren Ursprung haben

Familien- und Systemaufstellungen ermöglichen einen Zugang zu Zusammenhängen und Dynamiken, die häufig verborgen bleiben. Dabei zeigt sich immer wieder, dass Belastungen, Konflikte oder wiederkehrende Muster nicht nur mit der eigenen Lebensgeschichte verbunden sind, sondern auch mit der Familiengeschichte oder über Generationen hinweg weiterwirken können.


Dadurch wird sichtbar, was eine Situation beeinflusst, wodurch sie entstanden ist und wo Veränderung möglich wird.


Je nach Anliegen können Aufstellungen dabei helfen,

  • wiederkehrende Muster zu erkennen und zu lösen
  • Ursachen sichtbar zu machen und zu lösen
  • belastende Gefühle oder Verantwortungen loszulassen
  • Konflikte aus einer neuen Perspektive zu betrachten
  • mehr Klarheit über Beziehungen und familiäre Zusammenhänge zu gewinnen
  • Entscheidungen leichter zu treffen
  • neue Perspektiven und Möglichkeiten zu entwickeln
  • mehr innere Ruhe, Entlastung und Orientierung zu finden


Manche Veränderungen zeigen sich unmittelbar während der Aufstellung, andere entfalten ihre Wirkung erst in den Tagen, Wochen oder Monaten danach.


Welche Veränderungen entstehen, zeigt sich immer erst im Verlauf der Aufstellung selbst.


Aufstellungen können tiefgreifende Veränderungsprozesse ermöglichen, weil sie nicht nur auf die sichtbare Herausforderung schauen, sondern auch auf die Ebenen, auf denen sie entstanden ist und weiterwirkt.

Wie eine Familien- und Systemaufstellung abläuft

Vom Anliegen zur Veränderung

Zu Beginn beschreibst du dein Anliegen und klärst, welche Frage du mit der Aufstellung betrachten möchtest. Dafür braucht es keine ausführliche Darstellung deiner persönlichen Geschichte.


Je nach Format werden relevante Personen, Symptome, innere Anteile oder andere Aspekte deines Anliegens durch Stellvertreterinnen und Stellvertreter aus der Gruppe oder im Einzelsetting durch Figuren dargestellt und räumlich angeordnet.


Die Stellvertretenden benötigen keine Vorkenntnisse über deine Situation. Sie nehmen wahr, welche Empfindungen, Gefühle und Impulse sich an ihrem jeweiligen Platz zeigen. Dadurch können mögliche Zusammenhänge, Beziehungsdynamiken, Bindungen oder Belastungen sichtbar werden, die bisher nicht bewusst zugänglich waren.


Im weiteren Verlauf wird betrachtet, was zur Klärung und Veränderung beitragen kann. Durch gezielte Interventionen, veränderte Positionen oder klärende Sätze kann sich eine neue Perspektive auf dein Anliegen entwickeln und ein erster Lösungsschritt entstehen.


Die Wirkung einer Aufstellung kann unmittelbar spürbar sein oder sich erst mit der Zeit entfalten. Manche Erkenntnisse benötigen eine gewisse Reifezeit, bevor sich daraus konkrete Veränderungen im eigenen Leben entwickeln.


Auch die Teilnahme als Stellvertreterin oder Stellvertreter kann eigene Erkenntnisse und klärende Erfahrungen ermöglichen – unabhängig davon, ob du selbst ein Anliegen aufstellst.

Formen der Aufstellungsarbeit

Aufstellungen mit Figuren oder Gruppenaufstellungen

Je nach Situation arbeite ich mit Figurenaufstellungen im Einzelsetting oder mit Gruppenaufstellungen.


Beide Formen folgen demselben Grundprinzip und können wertvolle Einblicke, Erkenntnisse und Veränderungen ermöglichen. Sie unterscheiden sich jedoch in der Art und Weise, wie das Anliegen aufgestellt wird.

Dabei repräsentieren Figuren die Personen, Themen oder Elemente, die für das Anliegen relevant sind. Das können beispielsweise Familienmitglieder, Partner, Kollegen, Symptome, Gefühle, Entscheidungen oder andere Einflussfaktoren sein.


Die Figuren werden im auf einem Tisch aufgestellt und miteinander in Beziehung gebracht. Dadurch entsteht ein sichtbares Bild der Situation, das Zusammenhänge, Dynamiken und Einflussfaktoren erkennbar machen kann.


Figurenaufstellungen ermöglichen eine sehr konzentrierte und geschützte Arbeit und eignen sich besonders für persönliche oder vertrauliche Themen.

Bei Gruppenaufstellungen übernehmen andere Teilnehmer die Rolle von Personen oder Elementen innerhalb eines Systems.


Diese Stellvertreter nehmen ihre Rolle ein, bewegen sich dementsprechend im Raum und äussern, was sie wahrnehmen, fühlen oder erleben. Dadurch werden Dynamiken, Beziehungen und Zusammenhänge häufig unmittelbar sichtbar und erlebbar.


Während der Aufstellung beobachte ich den Prozess. Bei Bedarf stelle ich Fragen, beschreibe, was sichtbar wird, und gebe Impulse, wenn diese für die Entwicklung der Aufstellung relevant sind.


Die Aufstellung entwickelt sich dabei aus dem, was sich im System zeigt. Es gibt keine vorgegebene Lösung und keinen festen Ablauf, dem die Aufstellung folgen muss.

Wie sich das Phänomen Systemaufstellung erklären lässt

Wahrnehmungen als Hinweise verstehen und verantwortungsvoll einordnen

Was sich während einer Systemaufstellung zeigt, beeindruckt mich immer wieder. Menschen nehmen als Stellvertreterinnen und Stellvertreter Empfindungen, Haltungen oder Impulse wahr, die einen Bezug zu den Personen oder Aspekten haben, die sie vertreten, obwohl sie kaum etwas über das Anliegen wissen.


Ein Erklärungsansatz geht davon aus, dass während einer Aufstellung ein sogenanntes wissendes Feld entsteht, über das Informationen und Zusammenhänge wahrnehmbar werden.


Eine andere Sichtweise stellt die menschliche Fähigkeit zur Einfühlung und Resonanz in den Mittelpunkt. Wenn sich Menschen bewusst auf einen Platz und eine Stellvertretung einlassen, können sie körperliche Reaktionen, Gefühle und innere Impulse von dem, was sie vertreten, wahrnehmen und dadurch zum Ausdruck bringen.


Diese Wahrnehmungen sind Hinweise, die gemeinsam eingeordnet und in Bezug auf das konkrete Anliegen überprüft werden. Entscheidend ist für mich nicht, das Phänomen abschliessend erklären zu können, sondern verantwortungsvoll mit dem umzugehen, was dadurch sichtbar wird und daraus stimmige Lösungsimpulse zu entwickeln.